Beamer

Beamer - Tipps und Beratung: je heller desto besser ? völlig falsch, lesen Sie alles worauf es ankommt

Es ist Zeit um ein paar wichtige Tipps zur Auswahl der richtigen Beamers zu geben. Es gibt kaum etwas schöneres ein tollen Film oder ein Sportereignis über einen guten Beamer zu genießen. Das hat im Übrigen auch die Industrie erkannt. Mittlerweile hat jede „Kiste“ mit einem Loch, wo Licht rauskommt, den Stempel Heimkino, HD-Ready, extrem Lichtstark, oder was auch immer für tolle Eigenschaften die ihn optimal für das Heimkinovergnügen erscheinen lassen.

Doch worauf kommt es eigentlich bei einem guten Beamer an? Der wohl größte Irrtum der herrscht: Je heller desto besser! Die Aussage ist so falsch, wie eine Aussage nur sein kann. Ein Heimkino-Beamer benötigt absolut keine hohe Lichtleistung! Mehr als 1500 Ansilumen sollten es nicht sein. Warum? Je höher die eingesetzte Lichtleistung eines Beamers ist, desto schwieriger wird es für den Beamer dunkle Inhalte darzustellen. 

Sonst gibt es dann bei Star-Wars einen grauen, bis hellgrauen Sternehimmel in dem so ziemlich alle Details verschwinden. Leider werden die hohen Ansilumen-Werte gerne reißerisch als Werbebotschaft verpackt und „blenden“ so den unbedarften Interessenten. Je höher der Kontrast desto besser? Theoretisch richtig, aber … Erst einmal muss verstanden werden wie der Kontrast eine Beamers überhaupt zustande kommt. 

Das ist einfacher als manch einer Denkt. Der Wert kommt zustande in dem man einfach die maximale Helligkeit des Beamers dividiert durch die niedrigste Helligkeitsabgabe. Beispiel: Ein Beamer kann maximal 1000 Ansilumen abgeben, sein nidrigster Wert liegt bei 0,5 Ansilumen. Rechnerisch ergibt das dann einen Kontrastwert von 2000:1. 

Sehr ärgerlich ist das die Herstellen vieler Beamer mit einem kleinen Trick den Kontrastwert künstlich nach oben schrauben. Sie messen den max. Wert mit einer anderen „Einstellungen“ (z.b. Helligkeit auf voll.) wie den niedrigsten Wert (z.b Helligkeit auf min.). Das ergibt zwar einen sehr hohen theoretischen Kontrast des Beamers, der kann aber im Betrieb nie erreicht werden. 

Noch ein ganz wichtiger Punkt kommt jetzt hinzu, der vielen nicht klar ist. Es ist physikalisch absolut unmöglich „dunkler“ zu projezieren als der Raum „Hell" ist! Wie jetzt ? Ein Beispiel: Ihr Wohnzimmer in dem der neuer Beamer zum Einsatz kommen soll hat eine Resthelligkeit von „1 Ansilumen“ an der Leinwand. Ihr neuer, gut eingestellter Heimkino-Beamer, erreicht einen max. Wert von „650 Ansilumen“. Das ergibt in Ihrem Wohnzimmer einen maximal möglichen Kontrast von gerade mal 650:1. 

Sie werden jetzt bestimmt denken ich schalte das Licht aber komplett aus. Gut, dann ist es möglich bei Inhalten die komplett „schwarz“ sind einen niedrigen „Schwarzwert“ zu erreichen. Sobald wieder „helle“ Inhalte im Bild sind, erhellt die eigentliche Projektion Ihren Raum. Der Beamer „stört“ sich quasi selbst! Deshalb sind Kinosäle immer mit dunklen, lichtabsorbierenden Stoffen ausgekleidet. Einen hohen Kontrast empfindet man aber nur bei gleichzeitigen „hellen“, wie auch „dunklen“ Inhalten. Erst dann wirkt das „Bild“ des Beamers „Kontraststark“. 

Nur wenn Ihr „Raum“ komplett absorbiert, also total schwarz ist, ist es technisch erst möglich den Kontrastumfang eines Beamers voll zu „sehen“. Wie im Kino halt… und wer hat das schon.

An was muss ich also denken? Lassen Sie sich nicht verrückt machen von großen "Zahlen". Kein Beamer mit Lichtleistungen von weit über 1500 Ansilumen, solche Geräte sind völlig ungeeignet. Ob der Beamer einen Kontrast von 2000:1 oder 15.000:1 hat sollte im normalen Wohnzimmer nicht überbewertet werden. Der neue Beamer sollte im „echten“ 16:9 Format sein. Nicht 16:9 fähig! Eine Auflösung von mind. 1280x720(768) Bildpunkten besitzen besser noch 1080 x 1920. Und über HDMI-Anschlüsse verfügen.

Vielleicht der wichtigste Tipp überhaupt: Gehen Sie zu einem guten Fachhändler, auch wenn Sie leider mittlerweile ein paar mehr Kilometer dafür fahren müssen. Sie glauben ja nicht wie viel Geld Sie sparen können. 

Hier wird der Zusammenhang zwischen dem maximal erreichbaren "Schwarzwert" nochmal schön erklärt!  


 
verfasst von Oliver Völker
 

Verfasst am:

03.12.2011 21:11

 

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