30.04.2010
In Kalifornien wurde am Dienstag eine Sammelklage gegen Sony Computer Entertainment America eingereicht. Der Klageführer Anthony Ventura wirft dem Unternehmen Vertragsbruch vor. Sony habe mit dem Firmware-Update auf Version 3.21 Anwender dazu gezwungen, auf das Linux-System oder andere Funktionen auf der Playstation 3 zu verzichten.
Ventura argumentiert, dass die Möglichkeit zur Installation von Linux auf der PS3 ein entscheidender Kaufgrund für ihn gewesen sei. Für diese zusätzliche Funktion sei er bereit gewesen, einen wesentlich höheren Preis zu zahlen als für Konkurrenzprodukte von Nintendo oder Microsoft. Seiner Ansicht nach hat sich Sony mit der damaligen Bewerbung des Linux-Systems und dessen vor kurzem erfolgter Entfernung einen unlauteren Wettbewerbsvorteil verschafft und gegen den kalifornischen "Consumer Legal Remedies Act" verstoßen.
Zudem beanstandet Ventura eine Formulierung in den Geschäftsbedingungen von Sony, nach der sich das Unternehmen das Recht herausnimmt, jederzeit Funktionen und Dienste der PS3 abzuändern oder zu entfernen. Dies soll gegen §1770 des Civil Code verstoßen. Anwender hätten keine Möglichkeit gehabt, über etwaige Änderungen der Geschäftsbedingungen zu verhandeln, sondern seien zur Zustimmung gezwungen worden, um ihre PS3 weiterhin nutzen zu können.
Ventura verlangt für ihn und seine Mitstreiter, die zwischen dem 17. November 2006 und dem 27. März 2010 eine PS3 gekauft haben, die Erstattung der entstandenen Kosten von Sony. Da die Sammelklage weit über 100 Personen umfasst, soll sich der Streitwert insgesamt auf über 5 Millionen US-Dollar belaufen.
Sony Computer Entertainment hatte die Entfernung der "Other OS"-Funktion mit Sicherheitsbedenken begründet. Zuvor hatte der Hacker George Hotz den Hypervisor überwunden, der die Hardware gegenüber dem freien Betriebssystem abschottet. Damit hätten Raubkopien von PS3-Spielen genutzt werden können, argumentierte Sony.
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