27.11.2009
Yoichi Wada, Chef des größten japanischen Publishers Square Enix und dessen europäischer Tochter Eidos, sieht die Zukunft des Spielemarktes in Server-basierten Angeboten, Streaming und der digitalen Distribution, wie er in einem Interview mit dem britischen Branchendienst MCV erklärte.
"In zehn Jahren wird das, was wir heute als Konsolenspiele bezeichnen, nicht mehr existieren", meint Wada. Händler würden starke Einschnitte zu spüren bekommen, da die gewohnten Handelskanäle durch die neue Art und Weise der Spieledistribution auf der Strecke blieben. Besonders Social- und Browser-Games sollen dramatisch wachsen in den nächsten Jahren. Sein Unternehmen bereitet er darauf vor, indem die Entwicklung derartiger Spiele vorangetrieben wird.
Seiner Meinung nach haben die großen Konsolenhersteller bereits vor ungefähr vier Jahren einen entsprechenden Strategiewechsel zu Netzwerken hin vollzogen und Online-Dienste wie Xbox Live, Playstation Network und Wii Ware in den Vordergrund gerückt. Andere Unternehmen müssten jetzt ebensolche Vorkehrungen treffen. "In der Vergangenheit war die Hardware die Plattform, aber jetzt ist es das Netzwerk. Es ist absehbar, dass die Hardware künftig nicht mehr benötigt wird", sagte Wada.
Weiterhin erklärte Wada, dass er in den Veränderungen ein enormes Marktpotential sehe. "Dadurch wird jede Art von Terminal zu einer potentiellen Plattform, auf der Spiele gespielt werden können - das ist ein exponentielles Wachstum für das Potentials des Spielens."
Eine ähnliche Meinung wie Wada vertritt das Unternehmen Playcast Media, das Computerspiele künftig ohne Konsolen anbieten möchte. Stattdessen sollen Kunden lediglich eine Set-Top-Box für den Fernseher benötigen und die Spiele per Streaming erhalten. Angeblich sollen einige Publisher Interesse an dem Konzept gezeigt haben, darunter die Branchengrößen Electronic Arts und Activision.
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