Bundeskartellamt will Web-TV-Plattform der Privatsender prüfen

Bundeskartellamt will Web-TV-Plattform der Privatsender prüfen: Kartellamt untersucht Internet-Fernsehen vor RTL und Prosieben

Das Bundeskartellamt will die Pläne der beiden großen deutschen Privatsendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 für eine gemeinsame Internet-TV-Plattform prüfen. Dies kündigte der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Andreas Mundt, im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" an.

Das Genehmigungsverfahren fällt eigentlich in die Zuständigkeit der EU-Kommission, weil der Umsatz der beiden Unternehmen eine bestimmte Grenze überschreitet. Das Bundeskartellamt habe jedoch beantragt, den Fall nach Deutschland zu überweisen, erklärte Mundt gegenüber dem Focus. Seinen Angaben zufolge wird Brüssel bis zum 24. September 2010 über den Antrag entscheiden.

Die RTL-Mediengruppe und die ProSiebenSat.1 Media AG hatten Anfang August ihre Pläne für eine gemeinsame Internet-TV-Plattform vorgestellt. Bei dem neuen Angebot soll es sich um eine Art deutsches Pendant zum hierzulande nicht verfügbaren US-Angebot Hulu handeln, die allen interessierten TV-Sendern in Deutschland und Österreich offenstehen soll.

Die Fernsehsender wollen über die gemeinsame Plattform Serien, Filme, Shows und Nachrichtensendungen im Internet zur Verfügung stellen und individuell in einem eigenen Angebotsbereich präsentieren. Die Inhalte sollen im Internet sieben Tage nach der Ausstrahlung im Fernsehen kostenlos als Stream abrufbar sein. Finanziert werden soll das Angebot durch Werbeeinblendungen.

RTL und ProSiebenSat.1 wollen dazu ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das sich um die notwendige technische Infrastruktur kümmern wird. Die Vermarktung der Inhalte obliegt allein dem jeweiligen TV-Sendern. ARD und ZDF haben bereits Interesse an der geplanten Internet-TV-Plattform erklärt. Bislang gibt es in Deutschland noch kein Online-Angebot, das alle relevanten Fernsehsender umfasst.


 
verfasst von Oliver Völker
 
 
 

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