Google Chrome künftig ohne H.264-Support

Google Chrome künftig ohne H.264-Support: Browser Chrome soll künftig ohne H.264 Unterstützung sein

Google will den Videostandard H.264 in den künftigen Versionen seines Browsers Chrome nicht mehr unterstützen. Das gab Produktmanager Mike Jazayeri am Dienstag im Chromium-Blog bekannt. Die Änderung soll im Laufe der kommenden Monate umgesetzt werden. Die frühzeitige Entwicklung soll den Entwicklern und Anbietern ausreichend Zeit geben, ihre Webseiten und Inhalte entsprechend anzupassen.

Google will statt H.264, das unter Patentschutz steht, auf offene Videostandards setzen. Als solche werden in der Mitteilung das hauseigene Videoformat WebM sowie Ogg Theora genannt. Zu einem späteren Zeitpunkt will Google möglicherweise auch noch andere offene Codecs unterstützen, die eine hohe Qualität liefern.

Jazayeri weist darauf hin, dass sich WebM seit der Veröffentlichung im Mai 2010 gut entwickelt habe. Die Leistung der Decoder und Encoder habe sich deutlich verbessert und es gebe mittlerweile eine breite Unterstützung bei Browsern, Software-Tools und Hardware-Herstellern. Man rechne damit, dass sich die rasche Entwicklung fortsetzen werde.

Zu den Browsern, die den Videostandard unterstützen, gehören künftig nur noch Microsofts Internet Explorer 9 und Apples Safari - wobei Microsoft bereits WebM-Unterstützung über Plug-ins in Aussicht gestellt hat. Mozillas Firefox und Opera setzen hingegen auf Ogg Theora. Als Hintertür für die Wiedergabe von H.264-Videos in Chrome verbleibt die integrierte Flash-Unterstützung in Chrome.

Ob Google künftig auch bei Android auf die H.264-Unterstützung verzichten wird, ist noch unklar. Dies dürfte derzeit noch nicht möglich sein, da die Mobilgeräte in der Regel auf Beschleunigerchips angewiesen sind, die WebM aber noch nicht unterstützen. Erst kommende Chip-Generationen werden wahrscheinlich WebM mit Hardware-Beschleunigung dekodieren können.

Die von H.264 genutzten Patente werden von einem Konsortium namens MPEG Licensing Association (MPEG LA) verwaltet. Bei für den Endkunden kostenlosen Videoinhalten müssen die Anbieter für die Nutzung keine Lizenzgebühren zahlen. Das soll auch nach 2015 so bleiben, versicherte die MPEG LA im August des vergangenen Jahres.


 
verfasst von Oliver Völker
 
 

Hier finden Sie mehr Infos zum Thema: Google


 

Kommentar zu dieser Seite

42 + 5