Atomgetriebener Roboter beschießt den Mars mit Laserstrahlen
Curiosity hat zum ersten Mal seinen Laser eingesetzt und damit ein weiteres wissenschaftliches Instrument erfolgreich in Betrieb genommen. Knapp zwei Wochen nach der Landung auf dem Mars wurde am Sonntag ein Gesteinsbrocken beschossen, was Informationen über die Beschaffenheit des Materials liefert.
Die NASA-Forscher hatten sich einen etwa faustgroßen Gesteinsbrocken am Landeplatz des Mars-Rovers vorgenommen, der auf den Namen "Coronation" (Krönung) getauft wurde. Mit dem an der Spitze des Kameramastes angebrachten "Chemistry and Camera Instrument" (ChemCam) wurden innerhalb von zehn
Sekunden insgesamt 30 Laserimpulse auf den Brocken abgeschossen. Jeder Laserimpuls hat eine Energie von 1 Million Watt über den Zeitraum von 0,000 000 005 Sekunden.
Durch den Laser-Beschuss wurden Atome des Brockens so weit angeregt, dass sich das Gesteinsmaterial kurzzeitig in ein ionisiertes, glühendes Plasma verwandelte. Das davon ausgesandte Licht wurde dann durch die drei Spektrometer der ChemCam analysiert, um die chemische Zusammensetzung des Materials zu bestimmen. Dieses Verfahren wurde damit erstmals bei einer interplanetaren Forschungsmission angewendet.
Die NASA will die gewonnenen Daten nun umfassend auswerten. Man habe ein großartiges Spektrum erhalten, freute sich Roger Wiens vom Los Alamos National Laboratory. Das Datenmaterial sei sogar besser als alles, was man bei Tests auf der Erde erhalten habe, fügte der Forscher Sylvestre Maurice hinzu. Dabei diente das Experiment eigentlich nur als Test und zur Kalibrierung der Instrumente.
Curiosity war vor knapp zwei Wochen erfolgreich im Gale-Krater auf dem Mars gelandet. Der Mars-Rover funktioniert soweit problemlos. Als nächstes steht der erste Test der Fahrtüchtigkeit auf dem Programm. In wenigen Wochen soll der Mars-Rover, der so groß wie ein Auto ist und knapp eine Tonne wiegt, schließlich seine Reise über die Marsoberfläche beginnen.
Im Gale-Krater sind offenbar Mineralien vorhanden, die vermutlich in Zusammenhang mit flüssigem Wasser entstanden sind. Zudem scheint es dort eine Art Stapel aufgeschichteter Sedimente zu geben. Die Instrumente von Curiosity sind nicht nur auf die Suche nach Wasserspuren ausgelegt, sondern können auch andere Substanzen wie organische Verbindungen aufspüren. Die Forscher hoffen,
gleich im Gale-Krater fündig zu werden.
Quelle: NASA-Mitteilung
Curiosity feuert Laser auf Marsgestein
Verfasst am:
21.08.2012 10:03Artikel bewerten:
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