Neuartiges Landeverfahren hat geklappt
Die NASA feiert einen wichtigen Erfolg. Der Mars-Rover Curiosity ist am Montagmorgen erfolgreich auf dem roten Planeten gelandet und hat bereits die ersten Bilder übermittelt. Mit an Bord ist auch deutsche Technik.
Nach Angaben der US-Weltraumbehörde war es komplizierteste jemals durchgeführte Landung der NASA. Da Curiosity fast so groß wie ein Auto ist und knapp eine Tonne wiegt, konnte der Rover nicht einfach an einem Fallschirm landen. Stattdessen kam ein neuartiges Schwebeverfahren zum Einsatz, bei dem der Rover von der über der Planetenoberfläche schwebenden Landeeinheit abgeseilt wurde. Die NASA sprach von "sieben Minuten des Schreckens".
Jedenfalls hat es geklappt, Curiosity setzte um 7.33 Uhr auf der Marsoberfläche auf. "Es hätte nicht besser gehen können", freute sich NASA-Chef Charles Bolden. Das nun erfolgreich erprobte Landeverfahren soll auch bei zukünftigen Marsmissionen Verwendung finden.
Als Landeplatz wurde der Gale-Krater gewählt. Er bietet nicht nur ausreichend Platz für eine möglichst sichere Landung, sondern ist für die Forscher gleich aus zwei Gründen spannend. Zum einen sind dort offenbar Mineralien vorhanden, die vermutlich in Zusammenhang mit flüssigem Wasser entstanden sind. Zum anderen scheint es im Krater eine Art Stapel aufgeschichteter Sedimente zu geben.
Curiosity wird die Marsoberfläche mit Kameras beobachten, sich mit einem Bohrer in den Boden vorarbeiten und die Zusammensetzung von Boden- und Felsproben bestimmen sowie auch die Strahlung am Boden und in der Atmosphäre messen. Die Instrumente sind dabei nicht nur auf die Suche nach Wasserspuren ausgelegt, sondern können auch andere Substanzen wie organische Verbindungen aufspüren.
Die Forscher hoffen, gleich im Gale-Krater fündig zu werden.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Christian-Albrechts-Universität Kiel sind mit dem Strahlungsmessgerät RAD (Radiation Assessment Detector) beteiligt. Die Forscher wollen damit erstmals vor Ort messen, wie hoch die Strahlung für zukünftige Astronauten ist und in welcher Bodentiefe Lebensformen überleben könnten. Schon auf dem Weg zum Mars wurden die ersten Messungen durchgeführt.
Die rund 2,5 Milliarden US-Dollar teure Mission soll zunächst zwei Jahre dauern. Mit etwas Glück dürfte es aber deutlich mehr werden. Das Vorgängermodell Opportunity ist nach knapp acht Jahren immer noch im Einsatz - ursprünglich vorgesehen waren drei Monate. Das Schwestermodell Spirit wurde im Mai 2011 offiziell aufgegeben, nachdem der Kontakt abgebrochen war.
Die beiden Mars-Rover haben zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse geliefert, darunter geologische Hinweise, dass auf dem Mars früher ein wärmeres und feuchteres Klima herrschte. Curiosity wird diese Erfolgsgeschichte hoffentlich fortsetzen.
NASA feiert erfolgreiche Landung von Mars-Rover Curiosity
Verfasst am:
06.08.2012 14:55Artikel bewerten:
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