Google-Urgestein ist neue Yahoo-Chefin

Fünfter CEO in fünf Jahren für strauchelndes Internetunternehmen

Überraschender Wechsel: Google-Urgestein Marissa Mayer ist ab sofort die neue Vorstandsvorsitzende des Internetkonzerns Yahoo. Das gaben Mayer und Yahoo am Montagabend offiziell bekannt und bestätigten damit einen Bericht der New York Times.

Mayer arbeitete seit 1999 bei Google und war die zwanzigste Angestellte des Internetkonzerns, der mittlerweile mehr als 33.000 Vollzeitangestellte zählt. Nachdem sie als Vizepräsidentin des Internetkonzerns für die Suchmaschine zuständig war, übernahm sie 2010 die Leitung des Bereichs für die ortsbezogenen und lokalen Google-Dienste.

Mayer arbeitete am Montag noch für Google. Ab dem heutigen Dienstag ist sie die neue Chefin von Yahoo. Sie löst damit Interims-Chef Ross Levinsohn ab, der seinerseits Scott Thompson ersetzt hatte. Der hatte Yahoo im Mai 2012 wegen der falschen Angabe eines Titels in seinem Lebenslauf verlassen müssen.

"Ich hatte eine wunderbare Zeit bei Google", so Mayer laut der NYT. Letzten Endes sei es aber eine leichte Entscheidung gewesen, den Job bei Yahoo anzunehmen. Sie fühle sich geehrt und sei überglücklich. Yahoo sei eine der besten Marken im Internet, so die frühere Google-Managerin.

Mayer ist der fünfte Yahoo-Chef in nur fünf Jahren. Yahoo-Gründer Jerry Yang war von Juni 2007 bis Januar 2009 CEO des Unternehmens und wurde dann von Carol Bartz abgelöst, die im September 2011 überraschend gefeuert wurde. Anfang 2012 wurde mit Paypal-Chef Scott Thompson ein neuer CEO engagiert, der vier Monate später wegen falscher Angaben in seinem Lebenslauf wieder gehen musste. In der Zwischenzeit verließ Yang das Unternehmen. Ross Levinsohn übernahm die Leitung
übergangsweise und galt als Favorit für den CEO-Posten, den nun Mayer innehat.

Yahoo kann die prominente Verstärkung gut gebrauchen. Der angeschlagene Internetkonzern hatte zuletzt angekündigt, rund 2.000 seiner 14.000 Angestellten zu entlassen. Yahoo verliert im hart umkämpften Online-Werbemarkt immer mehr Anteile an die Konkurrenten wie Google und Facebook. Bei der Internetsuche hat sich Yahoo mit Microsoft verbündet, verliert aber auch dort immer mehr Marktanteile.


 
verfasst von Oliver Völker
 
 

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