Samsungs neues Spitzenmodell soll in den USA nicht auf den Markt kommen
Apple hat in der Auseinandersetzung mit Samsung die nächste Runde
eingeläutet: Der iPhone-Anbieter will den in Kürze bevorstehenden Verkaufsstart des Samsung Galaxy S3 in den USA verhindern. Dazu wurde am Mittwoch in Kalifornien eine einstweilige Verfügung beantragt.
Nach Angaben des bekannten Patentrechtsexperten Florian Müller will Apple das Galaxy S3 in ein bereits laufendes Verfahren einbringen, in dem es um das Galaxy Nexus geht. Das neue Samsung-Flaggschiff soll gegen die gleichen Apple-Patente verstoßen wie das Galaxy Nexus. Dabei geht es um eine Suchtechnik und eine Funktion zur Erkennung von Daten wie Telefonnummern.
Das werden wahrscheinlich nicht die einzigen Vorwürfe gegen das Galaxy
S3 bleiben. Apple nimmt das neue Samsung-Smartphone weiter unter die Lupe, um festzustellen, ob noch weitere Apple-Patente verletzt worden seien. Dabei geht es unter anderem um das "Slide to Unlock"-Verfahren, das Apple auch schon gegen andere Hersteller ins Feld führt.
Samsung erklärte in einer ersten Stellungnahme, dass Apple die beiden Geräte ohne Grundlage miteinander vermische. Außerdem sei es zu spät, das Galaxy S3 der bestehenden Klage hinzuzufügen. Apple müsse schon ein separates Verfahren eröffnen, auf das sich beide Konfliktparteien ausreichend vorbereiten können.
Apple und Samsung überziehen sich bereits seit über einem Jahr mit Klagen. Gespräche zwischen den beiden Konzernchefs zur Beilegung der Streitigkeiten blieben erfolglos. Dass Apple sich auch das neueste Samsung-Smartphone vorknöpfen wird, war also schon zu erwarten. Pikant daran ist, dass Samsung ein wichtiger Zulieferer für Apple ist.
Apple geht nicht nur gegen Samsung, sondern auch noch gegen andere Smartphone-Hersteller vor. Erst kürzlich hat der iPhone-Anbieter in den USA ein erneutes Verkaufsverbot für Geräte von HTC gefordert, darunter die neuen Modelle One X, One S und One V.
Apple-Chef Tim Cook hatte vor kurzem in einem Interview die zahlreichen Klagen von Apple gegen die anderen Hersteller verteidigt, da diese das kreative Schaffen Apples kopieren würden. Die Gegenklagen seien hingegen unfair, da es dabei um Patente gehe, die nötig seien für Smartphones, die mit industrieweiten Technologiestandards kompatibel sind.
Verfasst am:
07.06.2012 21:41Artikel bewerten:
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