Deutsche Kinobranche freut sich über Besucher- und Umsatzplus

Nach einem deutlichen Besucherrückgang im Vorjahr hat sich die deutsche Kinobranche 2011 wieder erholt

So ist die Zahl der Kinogänger wieder gestiegen, zudem wurde auch ein kräftiges Umsatzplus erzielt. Das geht aus der von der Filmförderungsanstalt (FFA) vorgelegten Jahresbilanz hervor.

Nach Angaben der FFA sahen im vergangenen Jahr 129,6 Millionen Besucher einen Film im Kino. Das ist ein Plus von 2,3 Prozent, nachdem die Zuschauerzahlen im Vorjahr um 13,5 Prozent auf 126,6 Millionen zurückgingen. Es ist zudem das zweitbeste Ergebnis der letzten fünf Jahre.

Noch besser entwickelte sich der Umsatz: In Folge der zunehmenden Digitalisierung und gestiegener Eintrittspreise wuchs das Ergebnis mit 958,1 Millionen Euro um 4,1 Prozent und damit zum dritten Mal in Folge auf über 900 Millionen Euro. Der durchschnittliche Eintrittspreis pro Kinobesucher stieg auf 7,39 Euro (Vorjahr: 7,27 Euro).

27,9 Millionen Besucher haben im letzten Jahr im Kino einen deutschen Film gesehen - ganze sieben Millionen mehr als 2010. Der deutsche Film steigerte seinen Marktanteil damit von 16,8 auf 21,8 Prozent. Unter den 34 Filmen, die im letzten Jahr mehr als eine Million Besucher ins Kino lockten, sind gleich acht deutsche Produktionen (Vorjahr: 5). Am erfolgreichsten war Til Schweiger mit 4,31 Millionen Besuchern von "Kokowääh".

3D-Filme kamen auf 29,3 Millionen Besucher und einen Marktanteil von
22,8 Prozent, nachdem es im Vorjahr noch 25,4 Millionen und 20,4 Prozent waren. Insgesamt liefen im vergangenen Jahr 46 3D-Produktionen in den deutschen Kinos an, darunter sieben deutsche Filme. Mit "Wickie auf großer Fahrt" und "Die drei Musketiere" waren zwei deutsche Filme unter den zehn erfolgreichsten 3D-Filmen des letzten Jahres.

Die Zahl der Leinwände in Deutschland ist im vergangenen Jahr zum sechsten Mal in Folge zurückgegangen und beträgt jetzt 4.640. Insgesamt 124 Neu- oder Wiedereröffnungen standen 183 Schließungen gegenüber. Laut der FFA ist die Mehrzahl der Schließungen auf Unrentabilität und Konkurrenzdruck zurückzuführen - mehr als die Hälfte betrifft kleinere Kinos mit ein oder zwei Leinwänden, die überwiegend in Städten und Gemeinden bis zu 50.000 Einwohnern liegen. Insgesamt gingen rund 18.000 Sitzplätze verloren.

Im Rahmen der gemeinsam von FFA, Bund und Ländern aufgelegten Digitalisierungsförderung wurden Mittel in Höhe von 5,4 Millionen Euro für 566 Leinwände in 278 Filmtheatern bewilligt. Mehr als ein Drittel (199 Leinwände) davon liegt in Orten unter 20.000 Einwohnern. Es sei erfreulich, dass von der Digitalisierungsförderung gerade die kleinen Kinos profitieren, die die Investitionen nicht aus eigener Kraft stemmen können, so die FFA.

Erfolgreichster Film des Jahres war "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2" mit 6,46 Millionen Besuchern, gefolgt von "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten" (4,39 Millionen) und "Kokowääh" (4,31 Millionen). "Nach einem starken Rückgang der Besucherzahlen im Jahr davor ist dies unter dem Strich ein freundliches - aber noch kein sehr gutes Jahr", sagte FFA-Vorstand Peter Dinges.


verfasst von Oliver Völker
 

Verfasst am:

09.02.2012 11:30

 

Artikel bewerten:

 
 
 

Themen

3D, 3D Film
 

Umfragen

 

Themen-Special

 

Newsticker

 

 

Hier finden Sie mehr Infos zum Thema: 3D Film


 

Kommentar zu dieser Seite

46 + 7