Telekom will künftig Geld von Anbietern wie YouTube: lange Wartezeiten Youtube bei der Telekom
Nachdem in den letzten Tagen Kritik an der Deutschen Telekom über lange Wartezeiten bei YouTube-Videos laut geworden ist, hat der Bonner Netzbetreiber nun eine Erhöhung der Kapazitäten angekündigt. Allerdings will die Telekom offenbar, dass sich verkehrsintensive Anbieter wie das Videoportal künftig finanziell am Netzausbau beteiligen.
In der vergangenen Woche hatte sich ein Blogger darüber beschwert, dass YouTube bei der Telekom langsam ist. Kunden des Unternehmens müssten teilweise lange Wartezeiten in Kauf nehmen, um auch nur kurze Clips flüssig anschauen zu können. Der Beitrag stieß auf viel Zustimmung, weswegen Telekom-Pressesprecher Mark Nierwetberg sich vor einigen Tagen schließlich im offiziellen Telekom-Blog zu dem Thema äußerte.
"Ich weiß nicht, was der Hintergrund bei anderen Netzbetreibern ist, bei der Telekom ist die Beobachtung aber richtig – ja, es läuft langsamer", so Nierwetberg. Grund dafür seien die begrenzten Kapazitäten im Netz. "Die Nachfrage nach YouTube-Videos explodiert, deshalb werden wir die Kapazitäten jetzt verdreifachen. Das Problem wird also abnehmen." Allerdings hätten neben der Telekom auch andere Betreiber Probleme mit YouTube, so Nierwetberg.
"Netze sind keine Dinger, die einmal gebaut werden und danach kann man da reinstopfen, was man will – Netze müssen mit steigendem Bedarf ausgebaut werden und das kostet ständig Geld", schrieb Nierwetberg im Telekom-Blog. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus erklärte er am Sonntag, dass die Telekom Engpässe künftig nicht kostenlos beheben wolle: "Wir werden uns darüber unterhalten müssen, dass verkehrsintensive Anbieter wie 'Youtube' dafür bezahlen, dass ihre großen Datenströme von uns gemanagt werden."
Die Prinzipien der sogenannten Netzneutralität sehen vor, dass Internet Provider alle Web-Dienste ohne Unterschied behandeln, also Daten mit der gleichen Geschwindigkeit und Priorität übertragen. Allerdings setzen sich einige Provider dafür ein, Unternehmen gegen eine Gebühr bei der Übertragung ihrer Daten bevorzugt zu behandeln. Es wird befürchtet, dass kleinere Web-Dienste sowie nicht-kommerzielle Projekte dadurch aus dem Wettbewerb gedrängt werden, da diese sich eine Vorzugsbehandlung nicht leisten und ihren Nutzern in Zukunft womöglich deswegen nur eine verminderte Performance bieten können. Das Thema ist umstritten - während Kritiker die Unabhängigkeit des Netzes in Gefahr sehen, pochen Provider auf die Kosten für den Netzausbau.
Verfasst am:
23.05.2011 00:00Artikel bewerten:
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