2010 59 Milliarden US-Dollar Schaden durch illegale Software: Raubkopien illegaler verursachen großen Schaden
Die Business Software Alliance (BSA) hat eine neue Studie zur weltweiten Verbreitung von Raubkopien vorgelegt. Der Interessenverband beziffert den im vergangenen Jahr durch illegale Software-Kopien entstandenen Schaden auf knapp 59 Milliarden US-Dollar (41,4 Milliarden Euro) - ein Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr und eine Verdoppelung im Vergleich zu 2003, so die BSA.
Der weltweite Anteil der illegalen Software-Kopien ist zwar im Jahresvergleich von 43 auf 42 Prozent gefallen, laut der BSA schießt allerdings der Anteil in den Schwellenländern in die Höhe. Diese würden inzwischen mehr als die Hälfte des durch illegale Software-Kopien entstandenen Schadens ausmachen. Während die in Schwellenländern verkauften PCs inzwischen rund 50 Prozent des weltweiten Gesamtmarktes ausmachten, liege der Anteil der dort verkauften Softwarelizenzen bei nur 20 Prozent.
Einer BSA-Auswertung zufolge war die Pirateriequote in Zentral- und Osteuropa sowie Lateinamerika mit 64 Prozent am höchsten. Im asiatisch-pazifischen Raum stieg sie um einen Prozentpunkt auf 60 Prozent. Afrika und der Mittlere Osten lagen bei 58 Prozent. Die höchsten Pirateriequoten ermittelte der Verband in Georgien (93 Prozent), Zimbabwe (91 Prozent) und Bangladesh (90 Prozent).
In Nordamerika war der Anteil der illegalen Software mit 21 Prozent am niedrigsten. Deutschland liegt mit 27 Prozent unter dem westeuropäischen Schnitt von 33 Prozent. Den 2010 in Deutschland entstandenen finanziellen Schaden durch illegale Software-Kopien beziffert die BSA mit rund 1,6 Milliarden Euro. Mit 1,9 Milliarden US-Dollar führt Frankreich die Liste der westeuropäischen Länder an.
Die BSA weist darauf hin, dass laut Umfragen 60 Prozent der Befragten der Ansicht sind, dass es für Heimanwender legal ist, eine einzelne Software-Lizenz zu erwerben und diese auf mehreren Computern zu installieren. Dies sei die am weitesten verbreitete Form der Softwarepiraterie. 47 Prozent der Befragten gingen davon aus, dass dies am Arbeitsplatz legal sei.
Die BSA untersucht regelmäßig, welcher finanzieller Schaden der Softwareindustrie durch illegale Software-Kopien entsteht. Bei der Berechnung geht der Verband allerdings davon aus, dass jeder Anwender die kopierte Software eigentlich zum Ladenpreis gekauft hätte. Die Anwender könnten zwar auch auf kostenlose Alternativen umsteigen, würden aber dennoch die Kaufsoftware kopieren, erklärte die BSA gegenüber Chip Online. Das würde zeigen, dass Kaufsoftware einen Mehrwert biete.
Verfasst am:
13.05.2011 13:00Artikel bewerten:
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