Bundesregierung will Cyber-Abwehrzentrum aufbauen

Bundesregierung will Cyber-Abwehrzentrum aufbauen: Stefan Paris Zentrum zur Abwehr von Cyber-Attacken

Die Bundesregierung will angesichts einer steigenden Zahl von ausländischen Angriffen auf Computer deutscher Behörden im nächsten Jahr ein nationales "Cyber-Abwehrzentrum" aufbauen. Das gab Stefan Paris, der Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin bekannt.

"Es gibt eine deutliche Zunahme dieser sogenannten elektronischen Angriffe auf deutsche Regierungs- und Behördennetze", berichtete Paris. Allein zwischen Januar und September dieses Jahres seien 1.600 derartige Angriffe registriert worden. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als die Zahl der festgestellten elektronischen Angriffe nach Angaben von Paris im gesamten Jahr bei rund 900 gelegen hat.

Daher soll 2011 ein Cyber-Abwehrzentrum aufgebaut werden. Es soll beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) angesiedelt werden und zudem unter anderem mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz, dem Bundesnachrichtendienst, dem Bundeskriminalamt sowie mit der Wirtschaft und Internet-Anbietern kooperieren. Paris betonte, dass keine neue Behörde entstehen soll. Vielmehr gehe es darum, das vorhandene Know-how im Bereich der Cyber-Abwehr zu bündeln.

"Ziel ist es, einen sehr breit gefächerten Ansatz in der Auswertung und der Analyse zur bestmöglichen Verhinderung dieser Gefahren zu schaffen", erklärte Paris, der darauf hinwies, dass der Bereich der elektronischen Kommunikation immer intensiver genutzt und damit auch anfälliger werde. Seinen Angaben zufolge konnten die "meisten" Angriffe auf deutsche Regierungsnetze der Volksrepublik China zugeordnet werden. Weitere Details dazu wurden nicht genannt. Auch könne nicht gesagt werden, wie groß der entstandene wirtschaftliche Schaden sei, hieß es.

Darüber hinaus hat EU-Industriekommissar Antonio Tajani eine neue europäische Behörde vorgeschlagen, die den Verkauf von Schlüsseltechnologien ins Ausland kontrollieren soll. Europa soll sich damit insbesondere gegen chinesische Firmen schützen können, die gezielt europäische Unternehmen übernehmen, um an moderne Technologien zu gelangen, wie er gegenüber dem Handelsblatt erläuterte. "Wir müssen unser Wissen schützen", fordert Tajani.


 
verfasst von Oliver Völker
 

Verfasst am:

28.12.2010 00:00

 
 

Kommentar zu dieser Seite

52 / 2