Profilsammlung von 100 Millionen Facebook-Nutzern im Umlauf

Profilsammlung von 100 Millionen Facebook-Nutzern im Umlauf: Daten von Facebook Nutzern können einfach ausgelesen werden

Profilsammlung von 100 Millionen Facebook-Nutzern im Umlauf: Daten von Facebook Nutzern können einfach ausgelesen werden

Der Sicherheitsexperte Ron Bowes von Skull Security will auf ein "beängstigendes Datenschutzproblem" bei Facebook aufmerksam machen. Um dies zu demonstrieren, hat er eine Liste zusammengestellt, die die öffentlich zugänglichen Profile von über 100 Millionen Facebook-Mitgliedern enthält. Somit ist jeder fünfte Facebook-Nutzer betroffen. Die Datenbank kursiert nun in Tauschbörsen zum freien Download.

Bowes hat die Daten mit Hilfe eines speziellen, aber einfach gestrickten Programms - einem sogenannten Spider oder Crawler - gesammelt. Dieses Programm hat die Daten automatisch aus Facebooks Mitgliederverzeichnis ausgelesen. Das verwendete Programm hat der Sicherheitsexperte seiner so generierten Mitgliederdatei beigelegt, um Anderen die Möglichkeit zu geben, sein Vorgehen nachzuvollziehen.

Die Datensätze enthalten die Namen und die URLs der öffentlich zugänglichen Facebook-Profile. Weitergehende persönliche Daten, etwa die Liste der Freunde oder Vorlieben der Nutzer, enthalten die Datensätze nicht, Bowes fehlte dazu die Bandbreite. Mit Hilfe der Links auf die Profile ließe sich aber recht einfach ein weiterer Crawler auf solche Informationen ansetzen, worauf auch Bowes hinweist.

Illegal ist das Vorgehen des Sicherheitsexperten nicht, da er sich nur aus öffentlich zugänglichen Facebook-Profilen bedient hat. Genau das betont auch Facebook in einer Stellungnahme zu der Datensammlung. "In diesem Fall hat ein einzelner Rechercheur Informationen gesammelt, bei denen die Leute zugestimmt haben, dass sie öffentlich zugänglich sind", erklärte eine Facebook-Sprecherin. Die Informationen existierten bereits in Suchmaschinen. Es seien keine persönlichen Daten gefährdet worden. Die Facebook-Sprecherin wies darauf hin, dass jeder sein Profil entsprechend einstellen könne, wenn er nicht gefunden werden wolle.

Bowes betont hingegen, dass auch Anwender, die ihr Facebook-Profil abgesichert haben, sich nicht unbedingt sicher fühlen sollten. "Ich kann den Namen von nahezu jeder Person auf Facebook finden. Sobald ich den Namen und die URL des Users habe, kann ich deren Bilder, Freunde und Informationen über sie betrachten und viele andere Details. Selbst wenn der Anwender die Datenschutzeinstellungen verschärft, kann ich immer noch seinen Namen und sein Bild sehen." Auch wenn man sein Profil von der Facebook-Suche ausgeschlossen hat, sei man dennoch auffindbar, wenn man einen Facebook-Freund hat, der sein Profil für die Suche freigegeben hat.

"Das ist äußerst kritisch zu sehen", meint der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar zur Datensammlung bei Facebook. Die massenhafte Zusammenstellung solcher Daten ermögliche eine automatisierte Auswertung. Denkbar sei der Missbrauch für Werbezwecken oder durch staatliche Stellen. Die Datenschützer hätten die Netzwerkbetreiber bereits wiederholt darauf hingewiesen, dass es erforderlich sei, eine solche automatisierte Datensammlung zu verhindern.


verfasst von Oliver Völker
 
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Verfasst am:

30.07.2010 15:00

 

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