Online-Versandhandel in Deutschland legt weiter zu: Immer mehr deutsche bestellen im Internet
Die Kaufbereitschaft der Deutschen im Internet ist auch in diesem Jahr ungebrochen. Der deutsche Versandhandel erwartet für 2010 einen Online-Umsatz mit Waren im Wert von 17,8 Milliarden Euro, eine Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dazu kommen weitere 6,5 Milliarden Euro für digitale Dienstleistungen wie beispielsweise Downloads und Online-Reisebuchungen. Die Prognose hat der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) auf Basis einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest herausgegeben.
Die Branche erwirtschaftet damit inzwischen 59,5 Prozent (Stand 2009: 53,3 Prozent) ihres Warenumsatzes im Internet. Ingesamt werden die Deutschen bei konstantem Konsumverhalten in diesem Jahr 24,3 Milliarden Euro im Internet ausgeben, eine Steigerung von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis von 21,7 Milliarden Euro.
"Die Prognose zeigt eindrücklich, dass sich weder die Finanz- und Wirtschaftskrise noch die Insolvenz des Versandhauses Quelle negativ auf die Gesamtbranche ausgewirkt haben", sagte bvh-Präsident Thomas Lipke anlässlich der Jahrespressekonferenz des Bundesverbandes in Hamburg. "Der Siegeszug des Online-Handels ist ungebrochen".
Voraussichtlich 71 Prozent aller Versandhandelskunden werden 2010 die gewünschten Waren per Web einkaufen - zehn Prozent mehr als im Vorjahr. 19 Prozent bestellen per Telefon, 5 Prozent per Brief oder Postkarte, 3 Prozent per E-Mail. 68 Prozent der Versandhandelskunden werden sich aber vor dem Online-Kauf in einem gedruckten Katalog über das Produkt informieren, eine Steigerung von einem Prozent gegenüber 2009. "Schmökern im Katalog, Shoppen im Web, lautet die Devise vieler Online-Kunden", kommentierte Lipke.
Das mit Abstand meiste Geld geben Versandhandelskunden für Bekleidung, Textilien und Schuhe aus. Der Gesamtumsatz in dieser Warengruppe wird voraussichtlich leicht auf 13,4 Milliarden Euro zulegen. Der Umsatz in der Warengruppe "Medien, Bild- und Tonträger" soll um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen. 2009 betrug er 3,1 Milliarden Euro.
Die derzeit stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika führte erwartungsgemäß zu einer stark angestiegenen Quote der Neuanschaffung von Fernsehgeräten. Der bvh rechnet in dieser Warengruppe mit einem deutlichen Umsatzplus gegenüber den 1,8 Milliarden Euro des Vorjahres. Der Online-Umsatz mit Unterhaltungselektronik erweise sich als Wachstumstreiber.
Der bvh erwartet, dass innovative Technologien den E-Commerce weiter beflügeln werden und damit der Branche weiteres Wachstum sichern. Mit der rasanten Verbreitung von Smartphones soll das mobile Internet und damit einhergehend auch der Mobile Commerce zur Alltagsanwendung werden.
Die Untersuchung "Distanzhandel in Deutschland" wird in diesem Jahr zum fünften Mal vom Forschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des bvh durchgeführt. Dafür werden rund 30.000 Privatpersonen aus Deutschland über 14 Jahren von Januar bis Dezember 2010 zu ihrem Ausgabeverhalten im Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen befragt. Das Endergebnis der Studie wird Anfang 2011 nach Abschluss der Umfrage veröffentlicht.
Verfasst am:
07.07.2010 13:30Artikel bewerten:
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