01.03.2010
Die Auseinandersetzung zwischen dem australischen Mediengroßunternehmer Rupert Murdoch und Google könnte demnächst in eine neue Runde gehen. Der News-Corp-Chef ist zu einer Klage gegen den Internetkonzern bereit, wie das New York Magazine unter Berufung auf hochrangige Quellen in dem Unternehmen berichtet. Die Zeitschrift porträtiert Murdoch in ihrer aktuellen Ausgabe.
Demnach will Murdoch klagen, wenn Google weiterhin Inhalte seines Medienimperiums indexiert, beispielsweise des Wall Street Journals, ohne eine Gebühr dafür zu bezahlen. "Er hat sich so sehr über Google aufgeregt, dass er sogar bereit ist, das Unternehmen zu verklagen", zitiert die Zeitschrift einen Mitarbeiter der News Corporation. "Er traut Google überhaupt nicht".
Das New York Magazine berichtet weiterhin von Murdochs "Krieg gegen Google". Dieser sei von langer Hand sorgfältig geplant worden, um den Internetkonzern mit einer PR-Kampagne gezielt in ein schlechtes Licht zu rücken. So sollen unter anderem auch andere Verleger auf die eigene Seite gezogen werden. Die Kampagne gegen Google soll intern den Codenamen "Project Alesia" tragen, in Anspielung auf Julius Caesars Sieg über die Gallier im Jahr 52 v. Chr.
Murdoch hatte bereits Ende 2009 auf einer Veranstaltung gegen Google gewettert und Google vorgeworfen, Inhalte seines Unternehmens unrechtmäßig zu nutzen. Seiner Meinung sei dies Diebstahl. Er wolle Google deswegen entweder von seinen Angeboten ausschließen oder die Zusammenarbeit mit Suchmaschinen exklusiv auf Microsofts Bing beschränken. Zudem sollen sämtliche Online-Inhalte des Medienkonzerns künftig kostenpflichtig werden.
Google hat den Bericht bislang nicht kommentiert, der Internetkonzern dürfte sich den Forderungen von Murdoch aber kaum beugen. Google räumt Anbietern und Verlagen die Möglichkeit ein, ihre Inhalte auf Wunsch aus dem Suchindex zu entfernen. In dringenden Fällen wird auch eine Blitzlöschung angeboten. Als weiteres Zugeständnis an Verlage hat der Internetkonzern im Dezember 2009 sein Angebot "First Click Free" überarbeitet. Verlage haben damit die Möglichkeit, die Zahl der Artikel, die Nutzer über Google News aufrufen, zu beschränken.
zusätzliche Infos:
- Springer will Online-Angebote kostenpflichtig machen
- Google will Verlagen mehr Kontrolle gewähren
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