Googles Street-View-Projekt gerät in Europa zunehmend unter Druck. Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) hat sich Alex Türk, Präsident der französischen Datenschutzbehörde CNIL in einem Brief an Googles Datenschutzbeauftragten Peter Fleischer gewandt. Street View gebe weiterhin Anlass zu Datenschutzbedenken, schrieb er im Namen aller nationalen Datenschützer der 27 EU-Mitgliedsstaaten.
"Wir erinnern daran, dass Google auf alle Anfragen zum Löschen von Daten umgehend reagieren muss", heißt es in dem Schreiben, das der FTD nach eigenen Angaben vorliegt. Der Internetkonzern müsse sich überlegen, wie er mit der Bitte von Einzelnen oder Gruppen umgeht, dass Bilder nicht veröffentlicht oder gar nicht erst aufgenommen werden.
Türk fordert, dass Google nicht nur auf seiner Website, sondern auch in der regionalen und lokalen Presse bekanntgibt, wann und wo Aufnahmen für Street View gemacht werden. Problematisch sei auch Googles Praxis, die Originale der bei Street View nur verfremdet gezeigten Aufnahmen für ein Jahr im Original aufzubewahren. Dies sei laut Türk "unverhältnismäßig". Sechs Monate würden ausreichen.
EU-Justizkommissarin Viviane Reding erklärte, Europa habe einen "hohen Standard für Datenschutz". Sie ermahnte Google zur Einhaltung des EU-Datenschutzrechts und kündigte an, dies gemeinsam mit den nationalen Datenschutzbehörden zu überwachen.
Street View wurde 2007 in den USA gestartet. Der in Google Maps integrierte Dienst zeigt Straßenansichten, wobei Gesichter und Autokennzeichen aus Datenschutzgründen durch Pixelung unkenntlich gemacht werden. Widerspruch gegen die Veröffentlichung einer Ansicht kann jede betroffene Person ohne Angabe von Gründen unter streetview-deutschland@google.com einlegen.