In der Nacht zum Montag ist der Space Shuttle Endeavour wie geplant mit sechs Astronauten an Bord zur Internationalen Raumstation gestartet. Die Raumfähre hob um 4.14 Uhr Ortszeit (10.14 Uhr MEZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Der erste Starttermin in der Nacht davor wurde wegen schlechtem Wetter abgebrochen. Der Start der Endeavour war der letzte Nachtstart und die fünftletzte Reise eines Space Shuttles insgesamt.
Die Endeavour bringt ein neues Modul mit dem Namen "Tranquility" zur ISS. Es bietet den Langzeitbewohnern der Raumstation zusätzlichen Platz und verfügt über hochmoderne Systeme zur Aufbereitung von Wasser sowie zur Herstellung von Sauerstoff. Das Modul hat zudem das Observationsmodul Cupola mit sechs seitlich angebrachten Fenstern sowie einem größeren Fenster auf dem "Dach". Für die Montage von Tranquility sind insgesamt drei Außenbordeinsätze von Astronauten geplant. Danach ist die Raumstation zu rund 90 Prozent fertiggestellt, zur Vollendung fehlen dann nur noch drei kleinere russische Module.
Das Andocken des Space Shuttles an die ISS ist für Mittwochmorgen um 6.09 Uhr geplant, die Landung in Florida ist für den 21. Februar um 4.01 Uhr MEZ vorgesehen. Nach der Rückkehr der Endeavour stehen nur noch vier Shuttlestarts auf dem Programm, bevor die Raumfähren außer Dienst gestellt werden. Der letzte Flug findet voraussichtlich im September statt. Danach ist die ISS für mehrere Jahre nur mit russischen Sojus-Kapseln zu erreichen.
Ein Nachfolger der Space Shuttles ist noch nicht in Sicht, da US-Präsident Barack Obama das Constellation-Programm der NASA Anfang Februar aus Geldmangel gestrichen hatte. Stattdessen soll nun die Privatindustrie ein neues Transportmittel entwickeln und bauen. Die ISS soll indes noch mindestens bis 2020 in Betrieb bleiben, also fünf Jahre länger als ursprünglich geplant.