Halbnackte Piraten protestieren gegen Nacktscanner: Piraten lassen die Hüllen fallen
Mitglieder der Piratenpartei haben am gestrigen Sonntag an drei deutschen Flughäfen gegen die Einführung von Nacktscannern protestiert. Unter dem Motto "Ihr braucht uns nicht zu scannen - Wir sind schon nackt" ließen mehrere Dutzend Aktivisten auf den Flughäfen Berlin, Frankfurt am Main und Düsseldorf die Hüllen fallen, um auf mögliche Verletzungen der Intimsphäre von Flugpassagieren aufmerksam zu machen. Die Flashmobs wurden von der Polizei und Pressevertretern begleitet und nach einigen Minuten wieder beendet. Der Parteivorstand teilte mit, dass von den anwesenden Reisenden Zuspruch und Applaus kam.
"Die Nacktscanner erhöhen die Flugsicherheit nicht, aber sie verletzen die Persönlichkeitsrechte der Reisenden. Die Bundesregierung muss den unsinnigen Plänen zu deren Einführung ein Ende bereiten", erklärte Simon Lange, Sprecher der Piratenpartei und auch selbst Teilnehmer des Flashmobs am Berliner Flughafen Tegel. Durch die Aktionen sei es gelungen, die Bürger wachzurütteln und sie zu animieren, sich gegen die Einführung der Geräte auszusprechen.
Der Branchenverband Bitkom, der die Scannerhersteller vertritt, hält mit einer Meinungsumfrage unter dem Titel "Sicherheit statt Prüderie" dagegen. Demnach sind zwei Drittel (67 Prozent) der Deutschen der Ansicht, dass der Einsatz von Körperscannern an Flughäfen für mehr Sicherheit sorge. Lediglich 12 Prozent sollen die Geräte generell ablehnen, darunter mehr Frauen als Männer. Bildern von Kindern steht allgemein jeder Zweite besonders kritisch gegenüber.
"Eine klare Mehrheit der Bürger ist für den Einsatz zusätzlicher Sicherheitstechnologien an Flughäfen. Mehr Technik und mehr Datenschutz - das wünschen sich die Deutschen", sagt Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf. "Für ein Mehr an Sicherheit nehmen die Deutschen auch Eingriffe in ihre Persönlichkeitsrechte hin." Basis dieser Aussagen ist eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Bitkom. Befragt wurden 1.000 Personen über 14 Jahre.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière hält drei Voraussetzungen für den Einsatz der Nacktscanner erforderlich, wie er in der ARD sagte. Die Geräte müssten leistungsfähig sein, dürften nicht die Gesundheit gefähren und keine Persönlichkeitsrechte gefährden. Sobald diese Anforderungen erfüllt seien, sollte möglicht europaweit eine einheitliche Regelung für den Einsatz der Scanner gefunden werde. Die Technik soll im Sommer gründlich getestet werden.
zusätzliche Infos:
- Daten- und Kinderschützer kritisieren Nacktscanner
- Nacktscanner kommen - Experten bezweifeln Nutzen
- Forum
nackte Piraten entern Berlin-Tegel...
Verfasst am:
11.01.2010 00:00Artikel bewerten:
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