Large Hadron Collider wieder im Betrieb

 

 

 

news   22.11.2009

 

 

 

 

Nach rund 14 Monaten reparaturbedingter Auszeit ist der weltgrößte Teilchenbeschleuniger wieder auf dem Weg zum Normalbetrieb. Am späten Freitagabend des 20. November gelang es erstmals wieder, einen Protonenstrahl in den 27 Kilometer langen Tunnel am Europäischen Kernforschungszentrum (CERN) einzuspeisen.

"Wir haben noch viel zu tun bevor das Experiment beginnen kann, aber mit diesem Meilenstein sind wir auf gutem Wege", erklärte CERN-Generaldirektor Rolf Heuer. Es sei "großartig, den Strahl im LHC wieder zirkulieren zu sehen". Als nächstes geplant sind Materiezusammenstöße bei niedriger Energie, durch die unter anderem die Sensoren zur Datenerfassung weiter kalibriert werden sollen. Die ersten physikalischen Experimente sollen im Frühjahr 2010 durchgeführt werden.

Der Large Hadron Collider wurde am 10. September 2008 nach rund 13-jähriger Bauzeit unter großem öffentlichen Interesse in Betrieb genommen. Bereits 36 Stunden nach der Inbetriebnahme ereignete sich die erste Panne. Bei einem weiteren Zwischenfall einige Tage später führte eine fehlerhafte elektrische Leitung zur Beschädigung von mehreren supraleitenden Magneten. Zudem strömte rund eine Tonne flüssiges Helium aus dem Kühlsystem aus.

Zur Reparatur der Anlage mussten die Magnete des betroffenen Sektors über einen Zeitraum von mehreren Wochen wieder aufgewärmt werden. Im Rahmen der langwierigen und rund 30 Millionen Euro teuren Reparaturarbeiten wurde zur Vermeidung weiterer derartiger Vorfälle ein spezielles Schutzsystem, das Quench Protection System (QPS) installiert. Die Wieder-Inbetriebnahme des LHC hatte sich immer wieder verzögert. Zuletzt wurde der über drei Milliarden Euro teure Teilchenbeschleuniger kurioserweise von einem Stückchen Baguette lahmgelegt.

In der Anlage nahe der französisch-schweizerischen Grenze sollen Bedingungen wie unmittelbar nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren erzeugt werden. Dazu werden Protonen auf annähernd Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, um sie dann aufeinander prallen zu lassen. Von den Experimenten erhoffen sich die Wissenschaftler unter anderem den Nachweis des Higgs-Boson, ein hypothetisches Austauschteilchen, das vom Standardmodell der Elementarteilchenphysik vorhergesagt wird.

 

zusätzliche Infos:

 

- www.cern.de

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