20.11.2009
Vor einer Woche hat Microsoft rund eine Million Xbox-360-Konsolen von seinem Online-Service Xbox Live ausgesperrt. Das Unternehmen konnte anhand der systeminternen DRMs feststellen, ob eine Konsole so modifiziert wurde, dass sich damit illegale Raubkopien abspielen lassen, was Microsoft als Verstoß gegen seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen betrachtet. Zudem sprach Microsoft von seiner Verpflichtung, illegale Kopien zu bekämpfen.
Die Bannwelle war dieses mal so umfangreich, dass in Folge zahlreiche gebrauchte Konsolen auf der Versteigerungsplattform eBay auftauchten. Zwar lässt sich die Konsole nach der Sperrung offline weiter wie gewohnt verwenden, für Multiplayer-Fans ist sie aber nutzlos. Ebay sah sich zu der Warnung veranlasst, nicht blind eine Konsole zu kaufen.
Man solle unbedingt den Verkäufer fragen, ob das Gerät gesperrt wurde und sein Geld zurückverlangen, falls er gelogen habe. Microsoft macht die Sperrung einer Konsole nicht rückgängig, gleichgültig ob das Gerät einen neuen Besitzer hat oder die Modifizierung wieder rückgängig gemacht wurde. Eine US-amerikanische Anwaltskanzlei untersucht unterdessen die Möglichkeit einer Sammelklage von betroffenen Personen. Dies allerdings nicht aufgrund der Sperrungen an sich, sondern eher wegen des Timings von Microsoft.
In einer Erklärung heißt es dazu: "Obwohl die Modifikationen der Xbox-Konsolen gegen die Nutzungsbedingungen von Xbox/Xbox Live verstoßen, hat Microsoft die Sperrungen günstigerweise unmittelbar nach dem Release des neuen Call of Duty: Modern Warfare 2 und weniger als zwei Monate nach Veröffentlichung des sehr populären Halo 3: ODST durchgeführt." Die Kanzlei argumentiert, dass die Verkaufszahlen der beiden Spiele wahrscheinlich deutlich geringer ausgefallen wären, wenn die Sperrungen vorher durchgeführt wären.
Die Maßnahme wird als "Waffe, die eine Menge Kollateralschäden verursacht hat" betrachtet. Sie habe auch viele Personen betroffen, die nichts mit Piraterie zu tun haben und Funktionen der Konsole deaktiviert, die nicht in Zusammenhang damit stehen. Demzufolge hätten Microsofts Sperrungen gemäßigter ausfallen können.
zusätzliche Infos:
- Mitteilung der Kanzlei
- Forum