Die Pannenserie beim Large Hadron Collider geht weiter, der größte Teilchenbeschleuniger der Welt musste erneut abgeschaltet werden. Durch ein Problem im Kühlsystem stiegen die Temperaturen in den supraleitenden Magneten des LHC um etwa 8 Kelvin. Werden die Magnete zu warm, verlieren sie ihre supraleitenden Eigenschaften. Ihre normale Betriebstemperatur liegt bei 1,9 Kelvin, rund -271 Grad Celsius.
Die Ursache für das Problem ist allerdings kurios: Die CERN-Techniker entdeckten bei der Überprüfung von einer der oberirdischen Anlagen ein Stück Baguette, das auf einer Stromschiene lag. Es hatte einen Teil der Stromversorgung für das Kühlsystem außer Kraft gesetzt, wodurch die Temperaturen in den Magneten stiegen.
Die Wissenschaftler rätseln, wie das Stück Weißbrot in die Stromversorgung der Kühlsysteme gelangen konnte. "Keiner weiß, wie es dahin gekommen ist. Die wahrscheinlichste Möglichkeit ist, dass ein Vogel es fallengelassen hat oder dass es aus einem Flugzeug geworfen wurde", sagte eine CERN-Sprecherin gegenüber der britischen Tageszeitung Times.
Inzwischen wurde wieder die normale Betriebstemperatur erreicht. Im Laufe dieses Monats sollen die ersten Teilchenkollisionen stattfinden, Ende Oktober wurden bereits die ersten Partikelstrahlen in den LHC eingespeist. Damit wird eine mehr als einjährige Reparaturphase beendet, nachdem der LHC im September 2008 kurz nach der Inbetriebnahme bei einem Zwischenfall beschädigt wurde