Nubert

Strahlungsband am Rand des Sonnensystems entdeckt

 

 

 

news   16.10.2009

 

 

 

Der NASA-Forschungssatellit IBEX (Interstellar Boundary Explorer) hat neue Erkenntnisse über die bisher kaum erforschte Grenzregion unseres Sonnensystems geliefert. IBEX konnte die ersten vollständigen Himmelskarten der interstellaren Grenze erstellen, die bei den Forschern für Erstaunen sorgten.

Zu den interessantesten Funden zählt ein unerwartetes und starkes Strahlungsband im Grenzbereich der Heliosphäre. Dies ist eine Blase um unser Sonnensystem, die durch den Sonnenwind, einem konstanten Partikelstrom elektrisch geladener Teilchen aus den heißen Außenschichten der Sonne, entsteht.

Der Sonnenwind fegt mit Geschwindigkeiten von 350 bis 900 Kilometern in der Sekunde durch das Sonnensystem und trifft im Bereich des "Termination Shock" auf das interstellare Medium, wodurch die Teilchen abrupt abgebremst und aufgeheizt werden. Dieser Bereich ist von großer Bedeutung, da er die Erde vor gefährlicher kosmischer Strahlung schützt.

Der Sonnenwind ist mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs, der von den Polregionen der Sonne ausgehende ist um einiges schneller als der vom Äquatorbereich ausgehende. Die Forscher erwarteten, dass sich dies in der Struktur der Heliosphäre wiederfindet, das nun entdeckte Band zieht sich allerdings quer über den gesamten Himmel. "Diese Emissionen stehen in keinerlei Übereinstimmung mit den bisherigen Theorien dieser Region", erklärte IBEX-Chefwissenschaftler David McComas vom Southwest Research Institute in Texas.

Die Ursache für das Strahlungsband ist unklar, die Auswertung der IBEX-Daten ist aber auch noch lange nicht abgeschlossen. Einen Hinweis liefert die Lage des Bandes, das genau dort verläuft, wo das Magnetfeld der Milchstraße parallel zur Oberfläche der Heliosphäre liegt. Vermutet wird, dass das Magnetfeld den Plasmastrom des Sonnenwindes verstärkt abbremst, was zu einer Verdichtung der Teilchen führt und die Wahrscheinlichkeit einer Interaktion mit dem interstellaren Medium erhöht.

Die IBEX-Daten weisen darauf hin, dass das galaktische Magnetfeld sowie auch die interstellare Umgebung einen wesentlich größeren Einfluss auf die Struktur der Heliosphäre haben, als bisher vermutet wurde. "Die Messungen werden in jedem Fall unser Verständnis von der Heliosphäre revolutionieren", so McComas. Die neuen Erkenntnisse wurden im US-Magazin "Science" veröffentlicht.

 

zusätzliche Infos:

 

- NASA Infos über die IBEX-Mission

- LCROSS - NASA trotz unspektakulärem Einschlag zufrieden

- Spitzer-Infrarotteleskop entdeckt riesigen Saturnring

 

 

ibex image

Aufnahme des Strahlungsbandes von IBEX, Bild: nasa

 

 

   

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