LCROSS - NASA trotz unspektakulärem Einschlag zufrieden: Mond Einschlag erste Daten und Video
Die Einschläge der Centaur-Raketenstufe und der Sonde LCROSS in den Krater Cabeus in der Nähe des Mondsüdpols verliefen zwar erfolgreich, stellten aber zumindest in visueller Hinsicht eine kleine Enttäuschung dar. Der Lichtblitz des Einschlags fiel wesentlich kleiner aus als erwartet, von der angekündigten spektakulären Staubwolke ist auf den bisher verfügbaren Aufnahmen sogar gar nichts zu sehen.
Auf der Pressekonferenz am Freitagnachmittag wurden einige Aufnahmen von LCROSS präsentiert, die den Lichtblitz des Einschlags sowie den dadurch erzeugten Krater zeigen, die aber nur sehr ungefähr zu erkennen sind. Wesentlich eindeutiger sind dagegen die aufgezeichneten spektrometrischen Daten, die zum errechneten Einschlagszeitpunkt in mehreren Wellenbereichen eine deutliche Spitze zeigen.
Auch die Staubwolke fiel offensichtlich wesentlich kleiner aus als erwartet, die NASA hatte zuvor mit einem Materialauswurf von rund 350 Tonnen sowie mit einer zehn Kilometer hohen und von der Sonne angestrahlten Staubwolke gerechnet. Ein NASA-Vertreter erklärte dazu lapidar, dass eine große und spektakuläre Staubwolke nun mal ausgeblieben ist.
Wahrscheinlich ist die Staubwolke einfach nicht hoch genug aufgestiegen, um von der Erde aus sichtbar zu sein. Eindeutige Informationen dürften die Daten des Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) und das Hubble-Weltraumteleskops liefern, die bisher noch nicht vorliegen.
Ein NASA-Wissenschaftler wies zudem darauf hin, dass die Region des Einschlags seit Millionen von Jahren nicht mehr von Sonnenlicht erwärmt wurde und zu den kältesten Regionen des Sonnensystems zählt. Es sei denkbar, dass sich Material unter solchen Extrembedingungen anders verhält als ursprünglich gedacht. Experten schätzen, dass die Temperaturen dort bis zu -240 Grad Celsius betragen.
Tony Colaprete, Projektwissenschaftler für LCROSS am Ames Research Center, zeigte sich dennoch zufrieden mit der Mission und betonte, dass die spektrometrischen Daten für die Mission bedeutender sind als Videoaufzeichnungen, auch wenn diese ein größeres öffentliches Interesse als Diagramme erregen. Außerdem hätten alle Messinstrumente der LCROSS-Sonde ausgezeichnet funktioniert. "Ein großartiger Tag für Wissenschaft und Erforschung", so Doug Cooke vom Direktorat für Erkundungsmissionen der NASA.
Die Frage, ob die vermutete Existenz von Wassereis am Boden des Cabeus-Kraters bereits nachgewiesen werden konnte, verneinte Colaprete. Die gewonnenen Daten müssen erst einmal sorgfältig analysiert werden, in einigen Wochen werde man mehr sagen können, so Colaprete.
Die zwei neuen Krater auf dem Mond haben die NASA insgesamt 79 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 53 Millionen Euro) gekostet. Ziel der Mission ist der Nachweis von Wassereis, das im ewigen Schatten der Mondkrater in der Nähe des Südpols vermutet wird. Die Existenz von Wasser auf dem Mond konnte zwar bereits nachgewiesen werden, allerdings sind noch keine für künftige bemannte Mondmissionen tatsächlich verwertbare Mengen entdeckt worden.
Das Musikvideo im Anhang bietet eine Zusammenfassung der LRO/LCROSS-Mission. Der Song "Water on the Moon" wurde extra für das Projekt vom stellvertretenden Leiter John Marmie komponiert und auch gesungen.
zusätzliche Infos:
- Erfolgreicher Doppeleinschlag auf dem Mond
- Spitzer-Infrarotteleskop entdeckt riesigen Saturnring
Zusammenfassung der Mission
Musikvideo über die Mission von John Marmie
LCROSS - NASA trotz unspektakulärem Einschlag zufrieden: Mond Einschlag erste Daten und Video
Verfasst am:
10.10.2009 00:00Artikel bewerten:
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