Nach einer Panne im Kühlsystem hat am Freitag eine weitere Panne den weltgrößten Teilchenbeschleuniger erneut lahm gelegt. Eine fehlerhafte elektrische Leitung hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die zu einer Überhitzung und schweren Schäden an einem der Elektromagneten führte.
Die Magneten, die den Partikelstrahl führen, müssen auf unter -270 Grad heruntergekühlt werden damit die dünnen Drähte, aus denen sie bestehen, supraleitend werden. Dafür wird flüssiges Helium verwendet, bei dem Unfall ist mehr als eine Tonne davon in den Tunnel der Röhre ausgetreten. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden da sich dort niemand aufhalten darf während der Beschleuniger aktiv ist.
Bei dem Unfall hat sich ein kleiner Teilbereich des betroffenden Magneten um nur wenige Grad erhitzt, ausreichend um die Supraleitfähigkeit nicht mehr zu gewährleisten. Der dadurch entstehende elektrische Widerstand führte zu einer weiteren Erhöhung der Temperatur. Der Partikelstrahl und die Stromzufuhr wurden sofort abgeschaltet.
Zur Behebung des Schadens muss die betroffende Anlage nun langsam auf Normaltemperatur erwärmt werden. Zu schnelles Erwärmen würde zu weiteren Schäden führen. Der Vorgang wird circa zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen, das Abkühlen nach Behebung des Schadens wird ebenso lange dauern. Insgesamt wird der LHC wahrscheinlich für zwei Monate außer Betrieb sein.